In der winterlichen Kälte, wenn die Natur in einen frostigen Schlaf fällt, sind es die kleinen Rotkehlchen, die sich in Gärten auf der Suche nach Nahrung und Wärme niederlassen. Doch ihr tatsächlicher Anreiz geht über Futter und Wärme hinaus. Ab September, wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, wird die Nahrungsaufnahme für diese zarten Vögel zur Herausforderung. Mit dem richtigen Ansatz lässt sich Ihr Garten in einen einladenden Rückzugsort verwandeln, der Rotkehlchen nicht nur die notwendige Unterstützung bietet, sondern sie vielleicht auch zum Verweilen einlädt. Ein durchdachter Futterplatz, der regelmäßig mit schmackhaften Leckereien bestückt wird, kann ihr Überleben sichern. Bis zu 70 % der Jungvögel überstehen ihren ersten Winter nicht – oft wegen Nahrungsmangels. Die richtige Pflege kann den Unterschied ausmachen und Ihr Zuhause für diese kleinen Sänger zu einem bevorzugten Ziel im Winter machen.
Warum Rotkehlchen besonders auf bestimmte Nahrungsangebote reagieren
Rotkehlchen sind in der Natur vor allem Insekten, Würmer und Beeren gewohnt. Im Winter, wenn die Obstbäume leer und der Boden gefroren ist, wenden sie sich oft Nahrungsmitteln zu, die sie leicht erreichen können. Zu den bevorzugten Winterleckereien gehören:
- Frische oder wiederbelebte Mehlwürmer – proteinreich und sehr nahrhaft.
- Fettblöcke oder Meisenknödel ohne Netz – ideal für die kalte Jahreszeit.
- Ungesalzene, ungebratene Nüsse – wichtig, dass sie zerkleinert sind.
- Sonnenblumenkerne und kleine Samen – leicht verdaulich und energiereich.
- Haferflocken oder selbstgemachte Fettmischungen – bitte ohne Salz!
- Überreife Früchte – wie Äpfel oder Holunderbeeren, die sehr geschätzt werden.
- Ein wenig geriebener, ungesalzener Käse – sparsam eingesetzt erlaubt.
Das Erreichen einer natürlichen und vielfältigen Futterquelle im eigenen Garten kann die Attraktivität für Rotkehlchen erheblich steigern.
So richten Sie den perfekten Futterplatz für Rotkehlchen ein
Rotkehlchen ziehen es vor, auf dem Boden zu fressen. Daher ist eine flache Schale oder ein glatter Teller optimal. Diese sollten in einer windgeschützten Ecke des Gartens positioniert werden, idealerweise unter 1,5 Metern Höhe, damit die Vögel herannahende Gefahren wie Katzen erkennen können. Um die Vögel zu schützen, sollten Futterstellen regelmäßig gereinigt werden, um Krankheiten zu vermeiden. Ein zusätzlicher Tipp ist die Bereitstellung einer kleinen, flachen Wasserschale mit frostfreiem Wasser, die nicht nur den Durst stillt, sondern auch hilft, die Nahrung besser zu verdauen.
Lebensmittel, die Sie vermeiden sollten
Manchmal kann der Gedanke, Essensreste zu verfüttern, verlockend sein. Jedoch sind viele davon für Rotkehlchen schädlich. Zu vermeidende Lebensmittel sind:
- Brot – sättigt zwar, liefert jedoch kaum Nährstoffe.
- Salzige oder süße Speisen – dies kann gesundheitsschädlich sein.
- Milchprodukte – außer minimalen Mengen ungesalzenen Käses.
- Meisenknödel mit Netz – hier droht Verletzungsgefahr für die Vögel.
Ein dauerhaftes Zuhause für Rotkehlchen schaffen
Wenn der Wunsch besteht, nicht nur vorübergehend zu helfen, sondern Rotkehlchen langfristig im Garten zu beobachten, sollte ein einladendes Umfeld geschaffen werden. Nistkästen, die geschützt und katzensicher sind, sowie das Pflanzen von Hecken und Wildsträuchern bieten natürliche Verstecke. Darüber hinaus gilt es, auf den Einsatz von Chemikalien im Garten zu verzichten – vergiftete Insekten bedeuten für Rotkehlchen eben Gift.
Wieso ist dies notwendig? Das Rotkehlchen ist seit 1977 eine geschützte Art. Respektiert man ihre Lebensweise, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie treue Gäste Ihres Gartens werden.
Ein geringer Aufwand kann eine große Wirkung haben. Auch wenn der Frost bereits Einzug gehalten hat und kein Futter vorbereitet wurde, reichen bereits ein paar Mehlwürmer, Haferflocken und ein Schluck Wasser aus, um einem Rotkehlchen das Überleben zu erleichtern. Vielleicht bleibt dieser kleine Freund sogar im Frühjahr und erfreut mit seinem Gesang.



