In einer Welt, die zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist, erlangen Mangrovenwälder eine entscheidende Bedeutung. Diese einzigartigen Ökosysteme nicht nur an tropischen Küsten verbreitet, sondern sie sind auch unverzichtbar für den Schutz der Küstenlinien und die Bekämpfung der globalen Erwärmung. Mit einem kompletten Wurzelsystem, das perfekt an Salzwasser und wechselnde Gezeiten angepasst ist, bieten Mangroven nicht nur einen Rückzugsort für zahlreiche Arten, sondern fungieren auch als natürliche Barrieren gegen Stürme und Erosion.
Die Rolle der Mangroven im Klimaschutz
Mangroven sind wahre Klimaretter und spielen eine zentrale Rolle bei der Kohlenstoffbindung. Sie speichern deutlich mehr Kohlenstoff als die meisten tropischen Wälder, wodurch sie einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Laut aktuellen Studien haben Mangroven die Fähigkeit, bis zu fünf Mal mehr Kohlenstoff pro Hektar zu speichern als terrestrische Tropenwälder. Diese Funktion macht sie zu einem entscheidenden Bestandteil im langen Kampf gegen den Klimawandel und dessen verheerende Folgen.
Mangroven: Lebensraum für unzählige Arten
Über 3000 Fischarten, Krebse und andere Meereslebewesen finden in den Wurzeln der Mangroven Schutz. Diese Biodiversität sorgt nicht nur für ein reiches Ökosystem, sondern stellt auch die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen dar, die auf die Fischerei angewiesen sind. Besonders in Entwicklungsländern sind die Mangroven entscheidend für die lokale Wirtschaft.
Ein konkretes Beispiel ist ein Projekt in Kolumbien, wo 44.300 Mangrovensetzlinge gepflanzt wurden, um die lokale Flora zu regenerieren und den Fischbestand zu stabilisieren. Diese Maßnahmen helfen, die Armut zu lindern und die Abhängigkeit von weniger nachhaltigen Einkommensquellen wie dem Abholzen für Brennholz zu verringern.
Effektiver Küstenschutz durch Mangroven
Küstenschutz ist eine der wichtigsten Funktionen der Mangrovenwälder. Bei Sturmfluten können sie die Wellenenergie um bis zu 75 Prozent reduzieren, was die Küstenlinien effektiv schützt. Das ist nicht nur eine lebensrettende Funktion für die lokale Bevölkerung, sondern auch eine kosteneffiziente Lösung im Vergleich zu künstlichen Maßnahmen wie Wellenbrechern. Ein 100 Meter breiter Mangrovengürtel kann die Wellenhöhe eines Tsunamis um zwei Drittel verringern.
Projekte zur Mangrovenaufforstung
- In Haiti werden Mangroven nicht nur gepflanzt, sondern auch der natürliche Wald durch Entfernen von Totholz geschützt.
- In Kolumbien wurden 31,4 Hektar Mangrovenwald wieder aufgeforstet, was auch zu Einkommen für alleinstehende Mütter beigetragen hat.
- Die Initiative „Save Our Mangroves Now!“ zielt darauf ab, Mangroven in Ländern wie Kenia, Madagaskar und Tansania zu schützen.
Herausforderungen für die Mangroven
Trotz ihrer wichtigen Rolle sind die Mangrovenwälder stark bedroht. Über 40 Prozent der globalen Bestände wurden in den letzten Jahrzehnten abgeholzt, häufig wegen landwirtschaftlicher Expansion, Aquakultur oder urbaner Entwicklung. Die Abholzung dieser Wälder führt nicht nur zur Freisetzung von Kohlenstoff in die Atmosphäre, sondern gefährdet auch die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen.
Mit einer gezielten Aufklärung und Projekten zur Wiederaufforstung können wir jedoch dazu beitragen, diese wertvollen Ökosysteme zu retten. Die Unterstützung lokaler Gemeinschaften ist dabei von zentraler Bedeutung, um nachhaltige Alternativen zum Abholzen zu fördern und somit die Mangroven zu erhalten.



