Die Entdeckung von Lithium-Vorkommen in Deutschland könnte die Energiewende maßgeblich vorantreiben. Laut einer aktuellen Studie, die im Fachjournal Geothermics veröffentlicht wurde, gibt es im Norddeutschen Tiefland und im Thüringer Becken Vorkommen von bis zu 26,51 Millionen Tonnen Lithium. Diese Mengen sind geradezu revolutionär, insbesondere in einer Zeit, in der die Nachfrage nach nachhaltigen Rohstoffen für die Batterietechnologie und Elektrofahrzeuge stetig steigt. Deutschland könnte somit seine Abhängigkeit von ausländischen Lithium-Lieferungen erheblich reduzieren und gleichzeitig die Umwelt nachhaltig schützen.
Die Studie des Forschungsprojekts Li+Fluids unter der Leitung der Fraunhofer IEG beleuchtet nicht nur die geologischen Potenziale, sondern auch die Möglichkeiten der Lithiumgewinnung aus hydrothermalen Fluiden. Bereits in früheren Analysen wurden Lithiumgehalte von bis zu 600 Milligramm pro Liter in der Region nachgewiesen, was auf eine große Ressource hindeutet. Wenn diese Lithiumvorkommen tatsächlich in vollem Umfang genutzt werden können, könnte das Land nicht nur den eigenen Bedarf decken, der für 2030 auf maximal 0,17 Millionen Tonnen geschätzt wird, sondern auch als Supplier für die europäische Industrie auftreten.
Die Bedeutung von Lithium für die deutsche Industrie
Lithium nimmt eine Schlüsselrolle in der modernen Batterietechnologie ein und ist unverzichtbar für die Produktion von Akkus, die in Elektroautos, Smartphones und Laptops zum Einsatz kommen. Der steigende Bedarf, insbesondere im Bereich der E-Mobilität, beschleunigt die Suche nach nachhaltigen Rohstoffen. Dies macht die Lithium-Vorkommen in Deutschland strategisch besonders wertvoll.
Technologische Fortschritte und Nachhaltigkeit
Um die Wirtschaftlichkeit der Lithiumgewinnung zu steigern, untersucht das Projekt auch die Kombination von Lithiumförderung mit Geothermieanlagen. Hierbei könnte das in heißen Tiefenwässern gelöste Lithium extrahiert werden, während diese Wässer gleichzeitig zur Beheizung von Gebäuden oder zur Stromerzeugung genutzt werden. Nach der Energiegewinnung wird das nun abgekühlte Wasser wieder sicher in den Untergrund zurückgeführt, was eine tolle Möglichkeit darstellt, nachhaltige Energiequellen effizient zu verbinden.
Herausforderungen und Chancen
Obwohl das Potenzial groß ist, stehen der Lithiumförderung auch Herausforderungen gegenüber. Es müssen spezifische Kriterien erfüllt sein, damit die wirtschaftliche Nutzung funktioniert. Dazu gehört eine ausreichende Fließrate des Untergrundes, wie sie derzeit beispielsweise in Niedersachsen am Beispiel einer alten Erdgasbohrung getestet wird. Die Stadtwerke dort planen, Lithium aus der Geothermieanlage zu fördern und gleichzeitig 4.000 Haushalte mit Fernwärme zu versorgen.
- Nachhaltige Resonanz in der Industrie
- Potenzial zur Eigenversorgung
- Verknüpfung von Geothermie und Lithiumförderung für maximale Effizienz
Die politischen Rahmenbedingungen und Forschungsprojekte, unterstützt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, bilden die Basis für eine innovative Lithiumindustrie in Deutschland. Für die Umsetzung sind jedoch weitere Forschungsprojekte notwendig, um das volle Potential der Ressourcen zu erschließen und zukunftssichere Strategien zu entwickeln.



